Kriegsfeuer 1813 - Friedensfeuer 2013

Die historischen Darstellungen zur Völkerschlacht machen Geschichte erlebbar. Diese Art der Beschäftigung mit der Geschichte wird als Reenactment bezeichnet. Männer, Frauen und Kinder – die Reenactors – schlüpfen in historische Kleidung und begeben sich mit großer Leidenschaft auf eine Zeitreise, die 200 Jahre in die Vergangenheit führt. Sie lassen so Geschichte wieder lebendig werden, bieten dem Besucher „Geschichte zum Anfassen“. Dabei legen die Reenactors großen Wert auf eine originalgetreue Ausstattung und Darstellung der Ereignisse. Vom Schnitt der Kleidung bis hin zum Uniformknopf, vom Schlafen auf Stroh und Kochen am Feuer bis zu den allgemeinen Wohn- und Lebensumständen jener Tage, von der Demonstration alter Berufe bis zur Darstellung eines Schlachtgeschehens, sollte alles genau den Gegebenheiten der Zeit entsprechen, die dargestellt werden soll. Dabei ergänzen sich militär- und zivilhistorische Darstellungen gegenseitig. Im Oktober 2013 werden historische Uniformen aller an der Völkerschlacht beteiligten Nationen das Bild Leipzigs und seiner Umgebung prägen, Biwakfeuer und Pulverdampf einem allerorten begegnen. Daneben wird auch die Darstellung ziviler Aspekte Beachtung finden. Augenzeugenberichte, ganz gleich ob von Soldaten, Bauern, Pfarrer oder Stadtbewohnern, werden gewissermaßen zum Leben erweckt.
Mit bis zu 5000 Teilnehmern zu den historischen Darstellungen der Völkerschlacht ist zu rechnen. Die Darsteller kommen dabei nicht nur aus Europa, sondern wahrscheinlich auch aus Nordamerika. Sie werden in Biwaks, in großen historischen Zeltlagern untergebracht. Diese Biwaks sind öffentlich zugänglich und vermitteln ein authentisches Bild der Lebensweise insbesondere der einfachen Soldaten jener Tage. Neben dem Biwak und der großen historischen Gefechtsdarstellung werden weitere Aktionen, wie Märsche und Gedenkveranstaltungen, stattfinden.
Auch wenn 2013 vielen die Gewehrsalven und Kanonenschüsse der historischen Gefechtsdarstellung in Erinnerung bleiben werden, so geht es bei allen Veranstaltungen unserer Projektfamilie um weit mehr: Nicht Zwietracht und Feindschaft oder gar Freude am Kriegsspiel ist die Motivation der Teilnehmer. Vielmehr begegnen sich in der Leipziger Region Menschen aus ganz Europa, um am Lagerfeuer miteinander zu reden, gemeinsam zu kochen und so von anderen Kulturen zu lernen. An unseren Feuern, in unserem Biwak lebt das neue, friedliche Europa. Unsere gesamten Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, an die blutigen Kämpfe jener Oktobertage zu erinnern und so vor dem Vergessen zu bewahren. Erinnern bedeutet den Opfern gedenken, die Zeitzeugen aus Stein erhalten, Gedenkstätten pflegen – aber eben auch Geschichte erlebbar zu machen.

Leipziger Neuseenland
1813 Völkerschlacht
Steuerungsgruppe 1813